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Geschichte der Benediktinerinnen auf Burg Dinklage seit 1949
sowie der Burg von ihrer ersten Erwähung im Jahr 980 an - ein chronologischer Abriß -
1946 kommt eine Gruppe von Benediktinerinnen aus dem Priorat St. Gertrud in Alexanderdorf, Kreis Zossen, zu einer Gründung in die Diözese Münster. Graf Christoph Bernhard von Galen nimmt sie zunächst für zwei Jahre in Haus Assen auf.
1949 übergibt Graf Christoph Bernhard dieser Gründungsgruppe die Burg Dinklage zum Eigentum. Am 8. Juni 1949 beginnen die Schwestern unter Leitung ihrer Priorin Radegund Kemper ihr benediktinisches Leben im Priorat St. Scholastika, Burg Dinklage.
1961 wird die alte Scheune im Burghof durch den Architekten Professor Max Clemens von Hausen zur Klosterkirche umgebaut und am 3. September durch Bischof Heinrich Tenhumberg geweiht.
1972 wählt die Gemeinschaft des Klosters St. Scholastika, Burg Dinklage, Sr. Agatha Rohtert als Nachfolgerin von M. Radegund Kemper zur Priorin.
1977 wird das Priorat St. Scholastika zur Abtei erhoben und Sr. Agatha Rohtert zur Äbtissin gewählt.
1983 wählt die Gemeinschaft Sr. Maire Hickey als Nachfolgerin von Sr. Agatha Rohtert zur Äbtissin der Abtei St. Scholastika, Burg Dinklage.
1983 erwirbt die Diözese Münster die Ökonomie und 1985 die neue Rentei der Burg Dinklage (bis 1983 im Besitz des Grafen Ferdinand von Galen), faßt sie in die Stiftung "Katholischer Kirchenfonds St. Scholastika" zusammen und ernennt die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Burg Dinklage zur Kirchenprovisorin der Stiftung.
1985 bis Juni 1999 werden die Gebäude der Ökonomie und der neuen Rentei vom Kirchenfonds St. Scholastika als Bildungs- und Exerzitienhaus eingerichtet und geführt. Aufbau und Leitung der Einrichtung übernimmt im Auftrag des Kirchenfonds das Ehepaar Lisa und Michael Oesterheld in Zusammenarbeit mit den Schwestern der Abtei.
1995 wählt der Konvent der Abtei St. Scholastika, Burg Dinklage, M. Mäire Hickey für eine weitere Amtszeit zur Äbtissin.
1997 kann der 1992 begonnene Ausbau der Scheune auf dem Gelände der Ökonomie abgeschlossen und die "Martinsscheune" als Herberge für Menschen in Not eröffnet werden. Die Einrichtung entsteht und arbeitet durch Initiative von Lisa und Michael Oesterheld in Zusammenarbeit mit den Schwestern der Abtei und freiwilligen Helferinnen und Helfern auf Spendenbasis. Die Trägerschaft übernimmt der 1997 gegründete Verein Martinsscheune, Herberge für Menschen in Not e. V
1997 wird am 2. November unter dem Namen "BurgKreis" der Freundes- und Förderkreis Abtei Burg Dinklage e. V. gegründet.
1999 am 8. Juni begeht die Gemeinschaft der Benediktinerinnen der Abtei St. Scholastika den 50.Jahrestag ihres Lebens auf Burg Dinklage.
1999 übernehmen die Benediktinerinnen das ehemalige Ökonomiegebäude (seit 1985 Bildungs- und Exerzitienhaus). Dies wird umgestaltet zu einem Gästehaus mit 8 Einzel- und 6 Doppelzimmern
2000 am 3. November wird in den Räumlichkeiten der Rentei der „Klosterladen Burg Dinklage“ eröffnet.
2001 am 18. Mai nimmt das „Klostercafé Burg Dinklage” seinen Betrieb auf.
2002 am 1. September stirbt Christoph Bernhard Graf von Galen; er wird neben seiner Frau Sophie in der Klosterkirche beigesetzt.
2004 in der Osteroktav pilgern 13 Schwestern nach Israel.
2005 Renovierung der Burgkapelle; an der Seligsprechung Kardinal von Galens in Rom nimmt eine Gruppe von Schwestern teil.
2007 am 8. November endet die Amtszeit von M. Máire Hickey. Der Konvent wählt am 21. November Sr. Franziska Lukas zur neuen Äbtissin.
2009 feiert die Gemeinschaft ihr 60jähriges Bestehen auf Burg Dinklage. Aus diesem Anlass wird ein Gebetbuch herausgegeben: “Meine Hoffnung Gott anvertrauen”
2010 Gründung der Kardinal von Galen Stiftung Burg Dinklage.
980 erste Erwähnung der Dinklager Urburg, der Ferdinandsburg, als Wohnsitz des Gaugrafen Bernhard im damaligen Dersagau (heute bezeichnet der Name Ferdinandsburg nur noch den Hügel der früheren Burg und das umliegende Waldgelände).
1231 geht die Ferdinandsburg in den Besitz der Familie des Johann von Dinklage über, eines ehemaligen Verwalters im Dienst der früheren Gaugrafen.
1374 läßt Fürstbischof Florenz von Münster wegen der gesetzwidrigen Umtriebe des Friedrich von Dinklage und seiner sechs Söhne die Ferdinandsburg schleifen.
1394 belehnt Fürstbischof Florenz die vier noch lebenden Söhne des Friedrich von Dinklage mit allen Besitzungen von Dinklage und Vechta. Die Wiedererrichtung der Urburg wird ihnen untersagt, doch bauen sie in deren Umkreis vier neue Burgen, von denen drei namentlich nachgewiesen sind: die Herbortsburg (später Witwensitz, dann Rentei der Burg, heute Teil des Klosters), die Hugoburg (1840 abgebrochen, Errichtung der Gräflich Galenschen Burgkapelle an dieser Stelle), die Dietrichsburg (später Herrenhaus der Familien von Ledebur und von Galen, heute Konventgebäude des Klosters).
1588 geht die Dietrichsburg durch Erbschaft in den Besitz der Familie von Ledebur über.
1641 pachtet Heinrich von Galen, Drost des Amtes zu Vechta, das Erbe der Familie von Ledebur und nimmt Wohnung auf der Dietrichsburg.
1663 anläßlich eines Erbrechtsstreites in der Familie von Ledebur gibt der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, das Dinklager Anwesen seinem Bruder Heinrich, dem Pächter, in Zwangsverwaltung. Die Familie von Ledebur klagt dagegen vor Gericht. Erst 1801 kommt es zwischen den Erben der Familie von Ledebur und Clemens August Freiherrn von Galen (der 1803 in den Grafenstand erhoben wird) zu einer gütlichen Einigung.
1667 erwirbt Heinrichs Sohn, der Erbkämmerer Franz Wilhelm von Galen, von Hugo Arnold, dem letzten auf der Hugoburg lebenden Nachkommen der Familie von Dinklage, die Herbortsburg und die Hugoburg auf Rentenbasis.
1671 verwandelt Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, Münster, die gesamten Dinklager Besitzungen in ein Lehen des galenschen Erbkämmereramtes.
1677 errichtet der Fürstbischof als Landesherr aus den Lehnsgütern und dem Kirchspiel Dinklage die reichsfreie "Herrlichkeit Dinklage" (1827 aufgehoben) und überträgt sie der Familie von Galen, die für die Entwicklung der Gemeinde Dinklage große Bedeutung bekommt.
1878 am 16. März wird Clemens August Graf von Galen als elftes Kind der Eheleute Ferdinand Graf von Galen und Elisabeth geb. Reichsgräfin von Spee auf Burg Dinklage geboren. 1933 zum Bischof von Münster geweiht, wird er in der Zeit des Nationalsozialismus wegen seiner Predigten gegen die Beseitigung des sogenannten "lebensunwerten Lebens" und andere Menschenrechtsverletzungen des Regimes bekannt als der "Löwe von Münster". Er stirbt am 22. März 1946, kurz nach seiner Ernennung zum Kardinal. Am 9. Oktober 2005 wird er in Rom selig gesprochen.
1918 erbt Christoph Bernhard Graf von Galen, ein Neffe des Kardinals Clemens August, das Dinklager Anwesen. Er lebt in Haus Assen bei Beckum, einem weiteren Stammsitz der Familie von Galen; Dinklage wird von seinem Onkel, Graf Franz von Galen, der auf Burg Dinklage lebt, für ihn verwaltet.
1941 stellt Graf Christoph Bernhard, im Sinne seines Onkels, Bischof Clemens August von Galen, die Burg Dinklage den Benediktinerinnen von Vinnenberg als Zuflucht zur Verfügung, nachdem sie von der nationalsozialistischen Regierung aus ihrem Kloster vertrieben wurden. 1945 kehren sie nach Vinnenberg zurück.
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